Aufbau des Artikels:
Begriffserklärung
Zinsen sind das Entgelt für die Überlassung von Kapital. Typischerweise werden Zinsen für Kredite von Banken, Lieferanten oder anderen Personen gezahlt. Zinsen fallen für die gesamte Dauer der Kapitalüberlassung an.
Berechnungsgrundlage
Die Zinsen werden von dem geschuldeten Kapital gerechnet. Der Zinssatz als Berechnungsparameter wird in Prozent angegeben. Der Prozentsatz bezieht sich immer auf ein Jahr. Hinzu kommt die Zeitkomponente, also die Tage für die Zinsen anfallen.
Bei der Zinsberechnung gilt die Besonderheit, dass jeder Monat mit 30 Tagen angesetzt wird.
Die Zinsformel lautet:
Werden Zinsen auf ein Jahr gerechnet, entfällt im Zähler die Angabe der Tage und im Nenner der Faktor 360.
Die Zinsen dürfen immer nur auf die tatsächliche Kapitalforderung gerechnet werden. Dies ist besonders bei Bankkrediten maßgebend. Die Restschuld verringert sich durch die Tilgungsleistungen, somit verringert sich aus die Berechnungsbasis.
Beim Zinssatz wird unterschieden zwischen dem Nominalzinssatz und dem effektiven Zinssatz.
Der Nominalzinssatz ist der Zinssatz mit dem die Zinsen berechnet werden. Der effektive Zinssatz beinhaltet dagegen alle Kosten, die während der Laufzeit anfallen, oder als Zinsäquivalente anzusehen sind. Dies sind insbesondere Agio (Aufgeld) oder Disagio (Abgeld). Der effektive Zinssatz lt. Preisangabenverordnung wurde eingeführt um eine bessere Vergleichsbasis von Kreditangeboten zu schaffen, und um den Kreditnehmern die tatsächlich anfallenden Kosten darzustellen.
Zinsbindung oder Zinsfestschreibung
Im Kreditgeschäft mit den Banken ist es üblich, dass die Zinssätze für eine bestimmte Frist, sog. Zinsfestschreibung, fix bleiben. Dies muss im Kreditvertrag genau geregelt sein. Fehlt dieser Passus werden die Zinsen variabel berechnet. Das bedeutet die Bank kann den Zinssatz jederzeit marktgerecht anpassen.
Die Festlegung der Zinsbindungsfrist sollte in Abhängigkeit von der derzeitigen Zinssitaution und der zukünftigen Zinserwartung erfolgen. In Phasen niedriger Kreditzinsen sollte die Zinsbindung möglichst lang erfolgen. In Phasen hoher Zinsen ist eine kurz- bis mittelfristige Zinsbindung vorzuziehen.
Abhängigkeit des Zinssatzes vom Kapitalmarkt
Der Zinssatz ergibt sich aus Angebot und Nachfrage, somit wird er am Kapitalmarkt gebildet. Ein wichtiger Parameter für die Zinsermittlung ist der Zinssatz für Einlagen bei der EZB (Europäische Notenbank). Ebenfalls wichtig ist die Inflationsrate.
Somit ist der Zinssatz ein volkswirtschaftlicher Faktor.
Bedeutung der Zinsen für Unternehmen
Geschäftskonto
Das Geschäftskonto ist ein Girokonto, auf dem Zahlungen eingehen und ausgehen können. Verzinst wird immer nur der Saldo. Befindet sich dieser im Guthaben werden Zinsen seitens der Bank gezahlt; ergibt sich ein negativer Saldo, muss das Unternehmen an die Bank Zinsen zahlen. Der letztere Fall ist die Regel.
Der Kreditzins beim Geschäftskonto ist deutlich höher als der Marktzins. Üblicherweise wird ein Kreditrahmen vereinbart. Liegt der Saldo innerhalb dieses Kreditrahmens fallen nur die vereinbarten Zinsen an. Übersteigt der Saldo den Kreditrahmen fallen weitere Überziehungszinsen an. Je nach Zinssituation fallen hier schnell Zinssätze von ca. 15 Prozent an.
Investitionskredite
Diese Bankkredite werden mit marktüblichen Zinssätzen verzinst. Die Festlegung der Zinssätze ergibt sich einerseits aus den Marktzinsen und zum zweiten aus der Risikosituation des Unternehmens. Je höher das Risiko, desto höher der Zinsaufschlag.
Förderkredite
Solche Förderkredite werden von der KfW oder sonstigen Förderbanken zur Verfügung gestellt. Förderkredite haben einen niedrigeren Kreditzinssatz als den Marktzins. Hier beabsichtigt der Staat oder das Bundesland die Wirtschaft mit Investitionen anzukurbeln. Förderkredite werden auch für Unternehmensneugründungen gewährt.