Selbstfinanzierung bedeutet, dass die benötigten Finanzierungsmittel aus nichtausgeschütteten Gewinnen des Unternehmens resultieren. Sie ist die günstigste Art der Finanzierung, da keine Zinsen zu zahlen sind. Voraussetzung für die Selbstfinanzierung ist allerdings, dass in den Vorperioden Gewinne erzielt wurden und diese im Unternehmen geblieben sind.
Graphische Darstellung der Ermittlung des Gewinnanteils zur Selbstfinanzierung:
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Umsatzerlöse |
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Kosten |
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Gewinn |
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Ausgeschütteter Gewinn |
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Verbleibender Gewinn |
Je nach Ausweisung der thesaurieten (zurückbehaltenen) Gewinnen unterscheidet man zwischen:
Offene Selbstfinanzierung
Hier werden die einbehaltenen Gewinne auf separaten Bilanzposititionen geparkt und ausgewiesen. Bei Einzel- und Personenunternehmen werden die Beträge den Kapitalkonten gutgeschrieben. Bei Kapitalgesellschaften werden sie unter Gewinnrücklagen ausgewiesen.
Stille Selbstfinanzierung
Hier erfolgt kein direkter Bilanzausweis. Rücklagen werden hier durch die Bewertung von Aktiva und Passiva in der Bilanz vorgenommen.
Die Positionen auf der Aktiva werden niedriger bewertet, Positionen auf der Passiva werden höher ausgewiesen. Für Außenstehende sind diese Reservebeträge nicht direkt zu erkennen. Werden diese Gelder benötigt, muss eine Auflösung der Bewertungsreserven erfolgen. Bei der Bewertung der Bilanzpositionen sind jedoch die Bewertungsregeln zu beachten.
Generell ist die Bildung von Rücklagen für die Selbstfinanzierung sehr positiv zu beurteilen. Zeigt es doch, dass das Unternehmen oder die Unternehmer bereit sind, ein Teil des erzielten Gewinnes im Unternehmen zu belassen für spätere Investitionen.
Positiv für Eigenkapital
Die einbehaltenen Gewinnanteile wirken sich positiv auf das Eigenkapital aus. Dies wirkt sich sehr positiv bei einer Bilanzanalyse aus. Die Stabilität des Unternehmens ist positiver.
Finanzierung von Investitionen
Die Selbstfinanzierung gehört zur Eigenfinanzierung. Der Vorteil ist, dass keine Finanzierungskosten anfallen, da die Finanzmittel aus dem Unternehmen selber kommen.
Vorteil der offenen Selbstfinanierung
Der separate Ausweis der Finanzmittel in der Bilanz zeigt dem Bilanzanalyst, dass das Unternehmen eine sehr solide Finanzplanung betreibt.
Zudem zeigt es dem Betrachter, dass das Unternehmen in der Vergangenheit profitabel gewirtschaftet hat. Gewinne können nur einbehalten werden, wenn sie erzielt wurden.
Bei Personengesellschaften sind die Finanzreserven nicht direkt in der Bilanz zu erkennen, die Erhöhung der Kapitalkonten zeigt jedoch, dass die Unternehmer an ihr Unternehmen glauben und dementsprechend Geldvermögen anhäufen für zukünftige Investitionen.