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Was versteht man unter dem Mindestlohn
Die Lohnfindung in Deutschland ist Sache der Tarifparteien. Zu den Tarifparteien gehören die Arbeitgeberverbände und die Gewerkschaften. Ziel der Überlegungen war es, dass nicht jeder Arbeitgeber einzeln verhandeln muss, sondern dass die Unternehmen einer Branche sich zu einem Arbeitverband zusammenschließen. Auf der Arbeitnehmerseite sind dies die Gewerkschaften.
Für nichtorganisierte Unternehmen oder Arbeitnehmer gilt die individuelle Aushandlung der Löhne. In größeren Unternehmen kann die Lohnverhandlungen auch durch den Betriebsrat für die Arbeitnehmer wahrgenommen werden.
Ddie Lohnfindung ist also eine Angelegenheit außerhalb staatlicher Zuständigkeit. Es gab jedoch Lohnvereinbarungen mit einem sehr niedrigen Lohn. Zudem ergaben sich Situationen, dass die Arbeitgeber die Löhne ohne Mitwirkung der Arbeitnehmer vorgaben. Da diese Löhne kein vernünftigen Lebensstandard sicherten, griff der Gesetzgeber mit der Festlegung eines Mindestlohns ein.
Ein Mindestlohn ist eine verbindliche Lohnuntergrenze. Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland ist ein allgemeiner, flächendeckender Mindestlohn für ganz Deutschland und gilt für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Daneben gibt es in Deutschland für einige Branchen auch noch Branchenmindestlöhne, die von Gewerkschaften und Arbeitgebern in einem Tarifvertrag ausgehandelt und von der Politik für allgemeinverbindlich erklärt wurden. Diese Branchenmindestlöhne gelten für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der entsprechenden Branche. Ein Arbeitgeber darf seinen Beschäftigten also nicht weniger zahlen als den gesetzlichen Mindestlohn, beziehungsweise den (in der Regel höheren) allgemeinverbindlichen Branchenmindestlohn - falls es in seiner Branche einen solchen Branchenmindestlohn gibt.
Höhe des Mindestlohn
Die nachfolgende Graphik zeigt die Entwicklung des festgesetzten Mindeslohn
Quelle: Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB)
Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Zu den jweiligen Mindeslöhnen der Zukunft
Die Festsetzung des Mindestlohn erfolgt politisch. Die Grundlage bilden verschiedene Faktoren wie Inflation, Rentenhöhe etc.
Ausnahmen beim Mindestlohn
Auch im Jahr 2021 und im Jahr 2022 gibt es noch Ausnahmen vom gesetzlichen Mindestlohn.
In keiner Branche darf (auch 2021 und 2022; abgesehen von den oben genannten Personengruppen) weniger gezahlt werden als es der gesetzliche Mindestlohn vorsieht.
Mindestlöhne in bestimmten Berufsgruppen
Neben dem gesetzlichen Mindestlohn gibt es auch noch Branchenmindestlöhne. Ein Branchenmindestlohn wird von Gewerkschaften und Arbeitgebern in einem Tarifvertrag ausgehandelt und von der Politik für allgemein verbindlich erklärt. Er gilt dann für alle Beschäftigten dieser Branche - auch dann, wenn ihr Arbeitgeber nicht tarifgebunden ist.
Im Laufe des Jahres 2021 gibt es folgende neue/erhöhte Branchenmindestlöhne:
Mindeslöhne für Auszubildende
Auch hier wurden Mindestlöhne für die Ausbildungszeit festgelegt.
Auch diese Mindestausbildungsvergütung steigt ab Januar 2021: Sie beträgt dann im Jahr 2021
Hinweis:
Der Mindeslohn ist eine dynamische Thematik, die sich laufend ändert. Dieser Artikel wurde 2020 geschrieben.
Bitte fragen Sie bei Bedarf den aktuellen Stand per Mail an.
Link zum Mindestlohn