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Begriffserklärung
"Just-in-time" ist ein Begriff in der Lieferart. Hierbei bedeutet der Begriff, dass eine Ware genau dann geliefert wird, wenn sie benötigt wird. Die Alternative hierzu ist, dass Unternehmen eine Warenlagerhaltung betreiben. Diese Warenlagerhaltung war lange Zeit Standard, im Zuge der Kostenreduzierung wurde sie jedoch ersetzt durch eine schlankere Struktur. Just-in-time setzte sich immer mehr im Wertschöpfungsprozess durch.
Einsatzgebiete
Das just-in-time Verfahren wird vor allem in der Massen- und Großserienfertigung angewendet. Paradebeispiel hierfür ist die Automobilbranche. Aber auch in allen anderen Bereichen, die eine hohe Anzahl von Vorprodukten oder Rohstoffe benötigen, wird dieses Verfahren angewendet.
Bei besonders großen Unternehmen werden die Zulieferbetriebe auf dem Firmengelände angesiedelt. Somit werden Lieferverzögerungen vermieden.
Voraussetzungen für Just-in-time:
Vor- und Nachteile
Vorteile
Der große Vorteil von dieser Art der Materialbeschaffung liegt in der Reduzierung der Kosten für die Materialbeschaffung. Die Kosten für die Lagerhaltung werden deutlich reduziert, da keine großen Vorratslager unterhalten werden. Die angelieferten Waren fließen zeitnah in den Produktionsprozess. Diese Kostenreduzierung führen zu einer Reduzierung der Verkaufspreise. Ein weiterer Vorteil ist, dass das Risiko des Verlustes oder Verzögerung auf die Lieferanten abgewälzt werden.
Nachteile
Das Just-in-time-Verfahren hat den großen Nachteil, dass Lieferketten durch unvorhergesehene Ereignisse gefährdet werden. Solche Ereignisse können Schnee, Kälte oder sonstige Wetterbedingungen sein. Aber auch Streiks bei Spediteuren oder sonstigen Transportunternehmen, insbesondere bei der Bahn, können die pünktliche Lieferung gefährden.
Tritt dieser Fall der Lieferverzögerung ein, kommt der Produktionsprozess zum Stillstand. Je nach Länge des Produktionsstillstandes können erhebliche finanzielle Schäden entstehen.
Um solche Verzögerungen zu vermeiden, bedarf es eines sehr leistungsfähigen Kommunikationssystems zwischen Lieferanten, Transportunternehmen und dem Produktionsunternehmen.
Bedeutung "Just in -time" im Handwerk und bei KMU-Unternehmen
Im Handwerk spielt diese Art der Belieferung keine große Rolle. Handwerksbetriebe besorgen sich die benötigten Waren je nach Bedarf bei Großhändlern. Allerdings können diese Großhändler dieses Lieferverfahren anwenden, dann betrifft es die Handwerksbetriebe indirekt.
Bei kleineren und mittleren Produktionsunternehmen dürfte es davon abhängen wie hoch der Preisdruck im Verkauf ist. Gibt es viele Konkurrenten, entscheidet sich der Marktanteil über die Kostenstruktur.
Sind diese Unternehmen auf die Lieferung von Vorprodukten angewiesen, kann eine Kombination aus eingeschränkter Lagerhaltung und Just-in-time praktiziert werden.
Hier muss jedes Unternehmen für sich prüfen, ob es eine traditionelle Lagerhaltung oder zum Just-in-time Verfahren übergeht. Eine pauschale Beurteilung über die Vorteilhaftigkeit kann nicht erfolgen.